DanFuh's Pizzarezept
Pizza Fürth selbst gemacht
Pizza bestellen kann jeder, doch Selbermachen, das ist die Herausforderung.
Aber selbstgemachte Pizza ist nicht gleich selbstgemachte Pizza und schon gar nicht eine bestellte Pizza.
Ich nenne meine nicht bestellte Pizza
"Pizza Fürth".
Der Grund dafür ist ganz einfach: Ich wohne in Fürth!
Pizza backe ich in letzter Zeit eher selten und wenn, dann mehr nach Gefühl als nach Rezept.
Vor ein paar Wochen war das zweite Mal, dass ich in Fürth Pizza gebacken habe. Das Erste mal war die Pizza schon richtig gut geworden und außergewöhnlich lecker, für eine selbstgebackene Pizza. Doch dieses mal habe ich mich beinahe selber übertroffen.
Ich denke mein Rezept kommt einer Bestell-Pizza vom Italiener um die Ecke doch recht nahe.
Durch meine Erfahrungen bei einem leider nicht mehr existierendem Pizzadienst kann ich behaupten, dass das einzige Manko in einer "normalen" Küche der Ofen ist. (Der Pizzadienst war übrigens nicht in Fürth).
Kaum jemand hat bei sich daheim einen Pizzaofen der in 4-6 Minuten eine Pizza bei 550 °C backen kann, die dann auch noch so schön lecker schmeckt wie beim Pizza bestellen.
Aber mit ein paar Tricks ist es möglich auch bei Dir daheim eine schöne dünne und knusprige Pizza hin zu bekommen.

Großes Pizza Fürth Foto
Das Rezept reicht für 2-4 gut belegte Pizzableche. Also genau das richtige für die kommende Party.
Die Zutaten:
Die Pizza-Zutaten sind leider alle in ca. angegeben, weil ich sie normalerweise nach Gefühl mische.
Für den Pizza-Teig:
- ca. 750g Mehl
- ca. 1/2 Hefeblock (frisch)
- etwas Pflanzenöl
- handwarmes Wasser (nicht ganz lauwarm)
- 1/2 Liter Milch
Für den Belag:
Das was Du auf die Pizza legst bleibt natürlich Dir überlassen. Die Zutaten sind nur ein Vorschlag und sollten (es sei denn man leidet an Geschmacksverirrung) nicht alle gleichzeitig auf die selbe Pizza gelegt werden.
Es bleibt auch Dir überlassen wie Du Deine Pizza nennst.
Meine heißt bekanntlich Pizza-Fürth.
- Salami
- Schinken (Hinterschinken)
- Champignons
- Pepperoni
- Paprika
- Mozzarella
- Edamer (30% Fett)
- Ananasscheiben
- grüne Oliven
- Ei
- Knoblauch
- Zwiebeln
Für die Pizza-Soße:
- ca. 1 Dose geschälte Flaschentomaten
- Tomatenmark
- Oregano
- Salz
- Pfeffer
- Basilikum
- Karotten (Möhren)

Grosses Foto der Pizza-Mozzarella aus Fürth
Zubereitung der Pizza Fürth
Der Pizzateig
Als erstes muss der Pizzateig zubereitet werden.
Damit die Pizza später genau so schmeckt wie sie soll, nehme ich einen Hefeteig. Allerdings ist die Zubereitung sicherlich etwas anders als Du es von einem Hefekuchen gewohnt bist.
Als erstes nimmst Du den Hefeblock. Die Hefe sollte schon vorher aus dem Kühlschrank genommen worden sein und muss Zimmertemperatur haben.
Jetzt löst Du den Hefeblock in einer großen Schüssel mit handwarmen Wasser auf.
Bitte beachte, dass dieser Schritt der aller, aller wichtigste bei der gestammten Zubereitung ist.
Das Wasser darf auf gar keinen Fall zu heiß sein, weil sonst die Hefe kaputt geht. Falls das Wasser aber zu kalt ist geht der Teig nicht auf oder bricht direkt wieder in sich zusammen.
Während sich der Hefewürfel langsam im Wasser zersetzt, kannst Du ruhig mit einer Gabel vorsichtig durch das Wasser schwenken. Aber bitte zerkleinere nicht den Hefewürfel mit der Gabel.
Wenn die Hefe sich komplett aufgelöst hat, gibst Du ca. 1 Tasse Milch in die Schüssel, während Du mit der Gabel rührst. Natürlich muß auch die Milch min. Zimmertemperatur haben.
Jetzt fehlt noch ca. ein flacher Esslöffel mit Pflanzenöl. Auch das Öl muss Zimmertemperatur haben.
Alles mit der Gabel noch mal durchrühren und etwas Mehl hinein streuen. Dabei weiter rühren.
Irgendwann beginnt der Teig an der Gabel kleben zu bleiben. Jetzt die Gabel herausnehmen und mit gewaschenen Händen weiter kneten. Dabei weiterhin Mehl nachstreuen, so lange bis der Teig noch etwas matschig ist.
Jetzt den Teig kneten. Auch wenn es anstrengend werden kann, bitte den Teig beim Kneten nicht zerrupfen, sondern eher von Außen nach Innen walken.
Dabei immer wieder kräftig auf den Teig drücken.
Wenn Du der Meinung bist, dass Du noch zu wenig Teig hast, dann füll noch Milch und Mehl nach.
Irgendwann ist der Teig so richtig zäh. Jetzt musst Du, am besten mit beiden Fäusten, von oben auf den Teig eindrücken. Du wirst merken, dass der Teig nachgibt und dann versucht zurück zu drücken. Wenn er das macht, dann knete so weiter, ca. 20-30 Minuten. (Oder so lange bis Du keine Veränderung mehr am nachgeben des Teigs bemerkst und er schön aufgegangen ist).
Du kannst dabei den Teig auch ab und zu in der Schüssel wenden.
Zum Schluss den Pizzateig umdrehen, ganz leicht mit Öl bestreichen und eine saubere Plastiktüte eng über und um den Teig legen, so das er beinahe luftdicht abgeschlossen ist.
Jetzt den Teig für ca. 2-3 Stunden in ein warmes und dunkles Eck stellen (min. 25-38 °C). Hierzu kann auch der Backofen verwendet werden.
Die Pizzasoße
Für die Soße legst Du Dir die Zutaten bereit. Ich würde mit dem Knoblauch anfangen. Nimm eine ganze Knolle und schäl sie. Jetzt schneide vorsichtig mit einem kleinen Messer von jeder einzelnen Knoblauchzehe den oberen Rand so ab, dass noch etwas Haut daran hängt und zieh diese an der Zehe vorbei bis nach unten ab. Jetzt kannst Du kinderleicht auch den Rest der Haut entfernen.
Nun jede Knoblauchzehe vorsichtig der Hälfte nach teilen, so dass der Grüne Kern entfernt werden kann. Den sollte man nicht mit essen.
Den Knoblauch in eine kleine Schale geben und mit etwas Olivenöl (oder auch normalem Pflanzenöl) vermengen. Das Ganze vorsichtig mit einem Pürrierstab fein zerkleinern.
In dieser Form kannst Du den Knoblauch später auch besser auf der Pizza verteilen.
Die Karotten einfach in kleine Würfel Schneiden.
Um Verletzungsgefahr zu vermeiden bitte immer ein sehr scharfes, großes und schweres Messer verwenden.
Schäl die Karotten und schneide sie der Länge nach in Streifen. Jetzt legst Du die Streifen zu einem Bündel auf ein sauberes Schneidebrett und hältst sie von oben fest.
Bitte halte sie so, wie Du einen Stift zum schreiben halten würdest, wenn Du alle Finger verwenden müsstest.
Daumen und kleiner Finge liegen außen, Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger liegen in ganz leicht angewinkelter Form oben auf.
Auf diese weise kannst Du in extremer Geschwindigkeit die Karotten zerkleinern. Du hackst einfach kurz vor deinen Fingern mit dem Messer die Karottenwürfel ab und schiebst dabei Stückchenweise Deine andere Hand zurück. Falls Du doch mal abrutschen solltest, sollte normalerweise das Messer nur die Fingernägel berühren und nach unten auf die Schnittfläche gleiten. Die Finger sollte dabei so weit angewinkelt sein, dass die Fingernägel leicht schräg sind und die Karotten berühren. (Hinweis: Dieses ist kein Freifahrtsschein um sich nicht zu schneiden. Ich übernehme keinerlei Verantwortung für Verletzungen.)
Jetzt kannst Du die Karottenwürfel zusammen mit den Tomaten in einen Topf geben, der mehr hoch als breit ist.
Gib auch etwas Tomatenmark dazu.
Wenn Du es ganz frisch haben willst, kannst Du auch Tomaten einkochen.
Die Gewürze dazu geben und alles mit dem Pürierstab zerkleinern bis es eine Soße ergibt. Diese jetzt für ca. 10 Minuten kochen lassen und dabei immer mal wieder umrühren, damit sie nicht anbrennt.
Jetzt von der Platte nehmen und abkühlen lassen.
Der Pizzabelag
Wie eingangs schon erwähnt ist die Wahl der Zutaten Geschmackssache, deshalb werde ich auch nicht auf die einzelnen Zutaten eingehen, sondern nur allgemein auf die Zubereitung eingehen.
Der Käse sollte möglichst klein zerkleinert sein. Am schnellsten geht dies mit einem Fleischwolf. Einfach ein Stück Edamer durch den Fleischwolf drehen - fertig.
Weil ich leider keinen Fleischwolf habe, zerkleinere ich den Käse mit dem Messer und schneide ihn in sehr kleine Würfel. Danach zerhacke ich alles noch ein bisschen.
Klein, sehr klein oder sehr dünn, so sollten alle Zutaten sein. Außerdem müssen die Zutaten sehr gut abtropfen. Sie brauchen nicht trocken zu sein, aber sie dürfen auf gar keinen fall mehr "schwimmen". Dafür gibt es einen ganz einfachen Grund. Der Pizzateig soll ja sehr dünn werden und die Pizza muss im Backofen länger backen als in einem Pizzaofen. Dadurch bleibt zu viel Zeit für Flüssigkeiten um bis in den Pizzateig durchzusickern. Die Folge ist: Der Teig wird weich, geht nicht richtig auf und die Pizza schmeckt nicht mehr.
Die Lösung ist alle Zutaten so klein wie möglich zu schneiden und möglichst lange abtropfen zu lassen. Dies gilt besonders für Zutaten aus der Dose. Diese unbedingt beim Abtropfen öfter mal wenden. Du glaubst gar nicht wie viel Flüssigkeit dann noch aus den Pizzazutreten heraus fliest.
Sogar Champignons sollten zerkleinert werden. Hier reicht auch 2. Wahl, denn immerhin werden sie Zerstückelt.
Wegen der Flüssigkeit sollten auch Peperoni zerkleinert werden.
Die Wahl eines fettarmen Käse, nicht mehr als 40% Fett, ist sehr wichtig wie das Fett sonst auf der Pizza herum schwimmt und in den Teig eindringt. Das kann zu einer matschigen Pizza führen.
Bei Meeresfrüchten, die erst auftauen müssen, diese am besten in ein sauberes Küchentuch geben und mit der Hand die Flüssigkeit durch das Tuch drücken.
Als besondere Zutat kann ein Ei über die belegte Pizza geschlagen werden. Ja, genau, ein Spiegelei auf der Pizza.
Wer eine Friteuse hat kann frisch geschnittene Zwiebelringe in Weizenmehl wetzen und diese dann ganz kurz ins Fett legen - ca. 5-10 Sekunden. Dann über die fertige Pizza geben. Ist eine wirklich leckere und knusprige Zutat.
Für die Vegetarier unter Euch:
Brokolie, Blumenkohl sind sehr gut für Pizza geeignet und schmecken sehr gut.
Ich würde aufgrund des hohen Flüssigkeitsgehaltes keine Sardellen auf die Pizza legen.
Zubereitung der Pizza und
belegen des Pizzableches

Foto von DanFuhs Fürth Pizza (Roh)
Fette ein Blech ein. Am besten mit wenig Öl oder mit Margarine.
Jetzt streu etwas Mehl auf die Anrichte (Arbeitsplatte).
Nimm dir jetzt etwas mehr als eine Hand voll Teig und forme ihn durch Rollen in beiden Handflächen zu einer Kugel von ca. 10cm Durchmesser.
Drück die Kugel platt und wirf die nun entstandene Scheibe mit Schwung in die Luft. Fang die nun größer gewordene Scheibe wieder auf und wiederhole das ganze ein paar mal.
Achte darauf, dass die Scheibe gleichmäßig dick ist. Du bist damit erst fertig, wenn der Teig schön dünn ist und im Durchmesser etwa so wie die Länge des Pizzableches.
Leg den Pizzateig nun über das Pizzablech. Zieh die Ecken vorsichtig durch wiederholtes anheben an der Kante, bis in die Ecken des Bleches.
Jetzt Kannst Du den überstehenden Teig mit einem Messer rundherum abschneiden.
Den Teig am ganzen Rand des Bleches festdrücken.
Sollte Dir der Teig reißen, kannst du ihn mit einem kleinen Stück neuem Teig reparieren.
(Natürlich kannst Du zum ausrollen auch ein Nudelholz verwenden.)
Der Teig im Blech sollte jetzt ca. 3-5mm dick sein.
Nimm jetzt mit einer Schöpfkelle etwas Pizzasoße und verteile sie gleichmäßig, aber bitte dünn, auf der Pizza.
Der boden (Teig) kann ruhig nicht zu sehen sein.
Jetzt eine nicht zu dicke Schicht Käse gleichmäßig auf dem Blech verteilen.
Als nächstes kommt der Belag. Auch den gleichmäßig auf der Pizza verteilen. Bitte auch diesen nicht zu dick, damit der Teig auch von oben noch gut durchgebacken werden kann.
Salami, Schinken und ähnliche Zutaten bitte hauchdünn schneiden und ganz unten au die Pizza legen, damit diese nicht steinhart werden (wegen der Soße).
Darüber nach belieben weitere Zutaten und zum Schluss eine schöne dicke Schicht Käse auf die Pizza geben.
Bitte darauf achten, dass bis in die Ecken der Pizza gleichmäßig verteilt Belag ist.
Backen der Pizza
Die jetzt belegte Pizza in der unteren Hälfte in den Backofens einschieben. Diesen zuvor auf 250 °C vorwärmen (besser sind 320-450).
Wenn der Rand etwas aufgegangen ist vorsichtig unter die Pizza schauen. Ist der Teig unten an ca. 30-40% Rehbraun, dann ist die Pizza fertig.
Tipp: am besten lässt sich die Pizza schneiden wenn sie frisch aus dem Ofen kommt.
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